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Celler Garnison-Museum e.V.

DIGITALE AUSSTELLUNG

Von der Aufklärungsversuchsgruppe zur Drohnen Lehr- u. Versuchsstaffel

1966 – Erprobung, Personal und SD-1

ZEITLEISTE 1966 – Erprobung, Personal und SD-1

Erprobung, Personal und SD-1

Offiziere und Unteroffiziere der Drohnen Lehr- und Versuchsgruppe, 1966

Das Drohnensystem AN/USD 1 (SD-1)

Die SD-1 war als kleines Propellerflugzeug ohne Pilotenkanzel ausgeführt. Sie diente als Träger einer Luftbildkamera und wurde vom Boden aus zunächst auf Sicht, anschließend unter Radarverfolgung geführt.

Spannweite 3,50 m
Länge 3,85 m
Gewicht 123 kg
Geschwindigkeit 370 km/h
Reichweite ca. 160 km
Flugzeit ca. 40 Minuten
Maximale Flughöhe 4.600 m
Landesystem Fallschirm
Motor 4-Zylinder-Boxermotor, 72 PS
Kamera KA 39, 24 × 24 cm
Lenksystem Funksteuerung
Zielverfolgung Radar

Flugablauf

Der Start erfolgte von einem dreibeinigen Startgestell. Bei laufendem Motor beschleunigten zwei Starthilfsraketen die Drohne innerhalb von etwa fünf Sekunden auf eine Reisegeschwindigkeit von rund 370 km/h und brachten sie auf ungefähr 300 Meter Flughöhe. Nach dem Abwurf der Starthilfsraketen lenkte der Pilot die SD-1 zunächst vom Boden aus nach Sicht auf die vorgesehene Flughöhe und den geplanten Kurs.

Anschließend wechselte die Führung an das Radargerät. In einer abgedunkelten Kabine wurde dem Bediener der aktuelle Standort der Drohne als Leuchtpunkt auf einer Landkarte angezeigt; die Flughöhe wurde über ein separates Anzeigegerät dargestellt. Die Drohne wurde auf dem vorgezeichneten Kurs über das Aufnahmeziel geführt, dort die Luftbildkamera eingeschaltet und anschließend zum Landeplatz zurückgeführt.

Im Sichtbereich des Landeplatzes übernahm der Pilot wieder die unmittelbare Steuerung. Zur Landung wurde der Motor abgestellt und der Fallschirm ausgelöst. Nach der Bergung entnahm man die Luftbildkamera; der Film wurde entwickelt und ausgewertet. Danach wurde die Drohne überprüft und für den nächsten Einsatz vorbereitet.

Taktische und technische Erprobung

Im Herbst 1963 begann ein umfangreiches Erprobungsprogramm. Die taktische Erprobung umfasste:

  • schnelle Verlegbarkeit,
  • schnelles Herstellen der Einsatzbereitschaft,
  • Einsatz in unterschiedlichem Gelände,
  • Tag- und Nachteinsatz,
  • Funktion unter widrigen Wetterbedingungen,
  • Möglichkeiten der Feindeinwirkung,
  • Verhalten bei Beschuss.

Der technische Teil der Erprobung untersuchte:

  • Kursstabilität,
  • Höhenhaltung und Wechsel der Flughöhe,
  • das Erfliegen mehrerer Zielpunkte oder Zielstrecken,
  • Flüge mit Zusatztank,
  • Luftbildaufnahmen bei unterschiedlichen Witterungsbedingungen sowie Nachtaufnahmen mit Blitzlichtkartuschen,
  • Radarverfolgung bei unterschiedlichen Kursen und über größere Entfernungen,
  • die Störanfälligkeit von Radarverfolgung und Funksteuerung gegenüber elektronischen Gegenmaßnahmen.

Die Versuche dauerten mehrere Jahre. Ein Teil des Programms wurde 1966 auf Sardinien durchgeführt. Ende 1968 wurde die Erprobung der SD-1 eingestellt. Als wesentliche Schwäche hatte sich die Abhängigkeit des Fernlenkprinzips von Radarverfolgung und Funkkommandos erwiesen, die gegenüber elektronischen Störmaßnahmen anfällig waren. Gefordert wurde daher ein System mit Programmlenkung, das während des Fluges ohne fortlaufende Funksteuerung auskam.