Die ersten SD-1A-Drohnen
Gerätezulauf bis 1961
Bis 1961 erhielt die Aufklärungsversuchsgruppe eine Reihe unterschiedlicher Systeme zur Erprobung. Das Spektrum reichte von fliegenden Aufklärungsmitteln über Infrarotkameras bis zu Bodenradargeräten.
| Gerät | Anzahl | Aufgabe | Entwicklungsland |
|---|---|---|---|
| Drohnensystem SD-1A | 1 | Luft-Boden-Fotoaufklärung | USA |
| AN/APS-85 | 1 | Luft-Boden-Infrarotkamera | USA |
| AN/APS-95 | 1 | Luft-Boden-Infrarotkamera | USA |
| AN/TPS-25 | 1 | Weitbereich-Bodenradar | USA |
| AN/TPS-33 | 1 | Mittelbereich-Bodenradar | USA |
| AN/PPS-4 | 2 | Nahbereich-Bodenradar | USA |
| MLV-2 | 3 | Überwachungs-Bodenradar | Italien |
| SDS-DR-MT-1A | 2 | Überwachungs-Bodenradar | Frankreich |
Ausbildung am Drohnensystem SD-1A
Die Ausbildung am Drohnensystem SD-1A begann am 7. Juni 1960 mit 22 Soldaten der AufklVsuGrp 1 bei einer US-amerikanischen Combat Surveillance Company an der Quartermaster & Signal School, Europe, in Lenggries. Die praktische Flugausbildung erfolgte in Grafenwöhr. Von insgesamt 31 Flügen wurde nach Darstellung des Beitrags mehr als die Hälfte bereits durch Soldaten der AufklVsuGrp 1 ohne Eingreifen der US-Ausbilder durchgeführt. Das technische Personal für Wartung und Instandsetzung begann seine Ausbildung im Oktober 1960 in Fort Huachuca, Arizona.
Ab Dezember 1960 lief weiteres elektronisches und optisches Gerät zur Erprobung zu. Die ersten beiden Drohnen trafen im März 1961 in Wietzenbruch ein; weitere 18 Flugkörper folgten im Juli.
24. März 1961
Auf Schießbahn 9 des Truppenübungsplatzes Bergen-Hohne erfolgte der erste Start einer Drohne SD-1A der Bundeswehr auf deutschem Boden durch eine Startgruppe der AufklVsuGrp 1.
Start, Flug und Landung verliefen nach dem Originalbeitrag normal. Die Lenkung erfolgte durch Sichtbeobachtung. Für diesen Flug stellte die 504 Avn Co aus Nürnberg noch fehlendes Material sowie Bodenkontrolleinrichtungen zur Verfügung. Ab dem 12. März 1962 führte die Einheit erstmals Drohnenflüge mit eigener Ausrüstung durch.
Überlastung und geplante Teilung
Die große Zahl der zur Erprobung angebotenen Geräte überforderte die personell vergleichsweise schwache AufklVsuGrp, die zu diesem Zeitpunkt aus sieben Offizieren, 55 Unteroffizieren und 95 Mannschaften bestand. Inhaltlich zeichneten sich zwei Hauptgruppen ab: fernmeldetechnische Gefechtsfeldaufklärungsgeräte und fliegende, unbemannte Luftaufklärungsdrohnen.
Als organisatorische Lösung wurde eine Teilung der Versuchsgruppe vorbereitet. Die Fernmeldeteile sollten an die Fernmeldeschule abgegeben, die fliegenden Teile der Heeresfliegerwaffenschule unterstellt werden. Diese Neuordnung führte zum nächsten Entwicklungsschritt der Celler Drohneneinheit.

